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alter. shirt einen zehner.

Mexiko - Woche 1

22. July 2010, 07:30

Reisebericht und Bilder von Bo

Gästebett
Betrunkener
Alfredo
Skateshop
Spaß
Schlafplatz
Mitbewohner
Hola
Flip FS Blunt
BS Ollie
Locals
Wasserloch
Noseblunt
Hardflip
Nosepick
Ollie

19. Juni

Ich suchte mir eine Mitfahrgelegenheit nach Frankfurt am Main, die einigermaßen zu meinen Reisedaten passte. Leider fuhr keine Sau morgens um 3 Uhr von Freiburg nach Frankfurt. Zu meinem Glück kannte ich jemanden in Frankfurt, bei dem ich gemütlich ein paar Stunden absitzen konnte. Ich sollte einfach anrufen, wenn ich in Frankfurt bin. Per Mfg, die ich in der Zwischenzeit auch hatte, ging es am späten Nachmittag nach Frankfurt. Die gute Frau meinte, im Laufe des Gesprächs, dass sie keine Ahnung von Skateboards oder deren Kultur hätte und sich nicht vorstellen konnte, dass man damit in irgendeiner Weise Geld verdienen könnte. Als sie am Bahnhof davon fuhr sah ich einen Skatopia-Aufkleber auf ihrer Stoßstange. Sehr lustig. Ich rief meinen Kumpel an, der aber nicht abnahm. Ich wartete eine Weile und versuchte es die nächsten 2 Stunden immer und immer wieder. Erfolglos. Ich gab mich geschlagen und holte mir beim Chinesen etwas zu essen. Gegen 0 Uhr fuhr ich zum Flughafen, um dort 7 Stunden lesend oder auf einem Stuhl pennend auf meinen Flieger zu warten. In Madrid, meinem Zwischenstopp, wollte ich eigentlich ein Foto von dem tollen Flughafendach machen, was aber nicht sein sollte, da ich keine ordentliche Position fand und mich außerdem eine blöde Sicherheitstussi wegscheuchte. Ich fragte sie, wieso ich kein Foto machen dürfte und sie meinte einfach nur: „No Photographia“ oder Ähnliches.

Die nächsten 11 Stunden verbrachte mein Hintern auf dem Sitz in der letzten Reihe am Fenster eines Blechvogels Richtung Mexiko. Nach Stunden von Blau in Blau überflogen wir wieder Festland und Mexiko City war nicht mehr weit. Als der Vogel dann die wahrscheinlich größten Stadt der Welt überflog, war ich überwältigt, wie groß diese Stadt ist. Man kann es fast nicht in Worte fassen. Ich starrte zum Fenster hinaus und wenn mich jemand mit einem Messer bedroht hätte, hätte ich ihn einfach warten lassen. Vielleicht trifft es das ganz gut. Am Einreiseschalter musste ich noch einen Zettel, mit all meinen Daten – sogar wie lange ich im Land bleibe – ausfüllen und bekam einen anderen Zettel, den ich auf keinen Fall verlieren durfte, sonst hätte ich Probleme beim Ausreisen bekommen. Die nächste komische Sache war, dass man bevor man aus dem Sicherheitsbereich kommt, einen grünen Knopf drücken musste, damit auf einem Bildschirm sowas wie „Herzlich Willkommen in Mexiko“ erschien. Total bekloppt, aber was soll’s. Man muss sich eben den Gepflogenheiten anpassen. Außerdem eine nette Geste.

Renol, den ich noch aus Deutschland kannte und über den ich überhaupt erst auf die Idee kam nach Mexiko zu fliegen, hatte Paco an den Flughafen bestellt, um mich abzuholen. Paco ist ein echt entspannter Geselle und fuhr mich in seinem Chevy über die Straßen von Mexiko City. Ich konnte es nicht fassen. Die Straßen waren sowas von im Arsch, dass jeder TÜV-Beamte einen dreifachen Herzkasper mit zusätzlicher Sofort-Verkalkung der Arterien davon getragen hätte. Da sind Löcher in den Straßen, so groß wie Pizzas und tief wie Eimer. Und nich nur ein paar, sondern richtig viele. Paco fuhr eher Slalom, als geradeaus. Die Häuser sind, für einen Deutschen, richtig Ghetto und ich bekam ehrlich gesagt Angst, ob ich hier auch nur einen Tag zurecht kommen würde. Pacos Haus war auch so eine Ghetto-Bude. Ein dickes Tor vor dem Hof, kaum Einrichtung, bis auf 4 Computer, einen Tisch, einen kleinen Gasherd, einen Kühlschrank, ein Bett für ihn und Paloma, seine Freundin, und einen Fernseher. Das war eigentlich alles, was in dieser 3-Zimmer-Wohung zu finden war. Ich fühlte mich etwas unwohl, bei dem Gedanken daran, dass ich ungefähr 10000 Meilen von zu Hause weg war und ich nichts kannte.

Während ich mein Bett, das aus 2 Decken bestand, richtete, fragte Paco mich, ob ich Hunger hätte. Meine Antwort war ein gesättigtes „Si“, denn bekanntlich lenkt Essen ab und es war in den nächsten Stunden auch nichts in Aussicht. Wir fuhren also im Regen wieder über die Schlaglöcher und kamen an einem Imbiss an, bei dem es mich ein bisschen grauste, denn der sah nicht sehr sauber aus. Paco versicherte mir allerdings, dass sie immer hierher kommen würden, da es sehr sauber wäre und man weiß, was man bekommt. Meine Wahl fiel auf einen mexikanischen Hamburger. Das Ding roch schon so geil, dass ich es am liebsten gleich im Auto vertilgt hätte, aber es war ja nicht weit bis nach Hause. Nachdem ich den Burger gegessen hatte, schaute ich noch kurz ins WWW und ging dann ins Bett. Misch, die Katze, nervte die ganze Nacht, maunzte und wollte, wie mir Paloma am nächsten Tag erzählt hatte, gefickt werden. Irgendwann in den Morgenstunden konnte ich aber Schlaf finden.

20. Juni

Ich stand schon früh auf, was eigentlich nicht hätte sein dürfen, da ich durch die Strapazen ziemlich geschlaucht hätte sein müssen. Der Rechner fuhr gegen 7:30 Uhr hoch und ich quatschte ein bisschen mit Freunden und schrieb ein paar Mails. Irgendwann kamen auch Paco und Paloma dazu. Paco musste wegen irgendeinem Termin nach einer Weile gehen und Paloma „befrühstückte“ mich mit Rührei, grünen Tomaten und ungesalzenen Brötchen. Eine komische Mischung, schmeckte aber gut. Danach fuhr sie mich zu Pato, aber nicht ohne einen Zwischenstopp bei einer Bank zu machen, denn mein europäisches Geld ging langsam dem Ende zu. Ich ging einfach zu einem Schalter und meinte: „Could you change that, please“ und streckte ihr 50 Euro entgegen. Die Frau hinter der Glasscheibe schaute mich nur verdutzt an und machte einfach gar nichts. Paloma rettete die Situation und erklärte mir, dass man erstmal eine Nummer ziehen und warten müsse. Nach ewigem Hin und Her kam dann raus, dass die Bank die Kohlen nicht einfach so wechseln konnten, da sie das Geld erst einschicken müssten, um es auf Echtheit zu prüfen. Paloma nahm dann einfach mein Geld und gab mir dafür Pesos. Super, jetzt hatte ich wenigstens echtes Geld.

Wir fuhren bei Pato vor, der einen illigalen Laden hat. Bei ihm kaufte ich Griptape, Schrauben und Achsen für umgerechnet 32 Euro. Pato konnte leider kaum Englisch und ich kein Spanisch, was die Unterhaltung extrem vereinfachte. Er machte mir dann, mit Palomas Hilfe, klar, dass wir auf ein paar Freunde warten und dann skaten gehen würden. Die Wartezeit überbrückten wir mit einem Video, das er gefilmt und geschnitten hat. Oder irgendwie sowas in der Richtung. Die Einrichtung in diesem Haus, um das auch mal zu erwähnen, war eher konservativ. Mit Tellern an den Wänden, Ledersofas, einem Kamin, Teppichboden und einer kleinen Rasenfläche vor dem Haus, bzw. hinter der Mauer. Die Einrichtung hätte auch einem alten, deutschen Ehepaar gehören können. Als die Freunde, die sich dann als ein Freund herraustellten, kamen, fuhren wir mit der U-Bahn, die 20 Cent kostete, in Richtung Spot. An der ersten Station stieg eine Dame mit einem Lautsprecher-Rucksack ein und spielte tatsächlich „Wind of Change“. Es war richtig laut und ich wunderte mich, wieso, aber mir war schnell klar, dass die Frau CDs verkaufen wollte. Sie stieg an der nächsten Station wieder aus, ohne eine CD verkauft zu haben. An der nächsten Station stieg ein Mann ein, der einigen Fahrgästen Kaugummis auf den Schoß legte und sie, nachdem er durch das ganze Abteil gelaufen war, wieder von vorne nach hinten einsammelte. Keiner kaufte eine Packung. Er stieg wieder aus. An der nächsten Station stieg ein Blinder ein, der auch CDs verkaufen wollte. Auch er stieg ohne Erfolg wieder aus. Das ist kein Witz. Das ist echt genau so passiert. Bevor wir aber am Spot ankamen mussten wir noch mit dem Bus fahren. Ich zückte schon mein Geld, aber Pato meinte, dass ich es wegstecken soll. Er fragte den Aufpasser, ob er uns durch die Schranke lässt. Ich dachte, dass der Aufpasser gleich an die Decke gehen und ihn zusammenscheißen würden, aber er winkte einfach nur ab und gut war. Pato versuchte es weiter bei Fahrgästen. Ich stellte mich in eine Ecke und richtete mich darauf ein eine Weile zu warten. 30 Sekunden später waren wir durch die Schranke. Keine Ahnung, ob das in Mexiko City üblich ist, aber es hatte funktioniert. In dem überfüllten Bus daurerte es nochmal 5 Minuten bis wir bei Curbs, Wheelietables und Flat ankamen. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß und war froh an nichts anderes als Skaten denken zu müssen. Die Polizei schaute uns vergnügt zu. Genau wie sie auch Kindern zuschaute, die Kaugummis, Schokolade, Lutscher und Zigaretten an die Leute verkauften, die auf dem großen Platz waren. Kleine Mädchen, die vielleicht 7 Jahre alt waren. Ich habe niemanden gesehen, der etwas gekauft hat. Nach ungefähr 2 Stunden setzten wir uns in eine Pizzeria, wo ich wohl die kleinste italienische Spezialität der Welt gegessen hatte. Diese „Pizza“ war so klein, dass man locker 5 verdrücken hätte können, was ich auch gemacht hätte, wenn sie nicht so teuer gewesen wäre. Es war zwar billiger als in Deutschland, aber ich wollte ein bisschen haushalten und nicht alles unbedacht rauspfeffern. Man kann meiner Erfahrung nach übrigens sagen, dass alles ein Drittel günstiger ist als bei uns.

Bald darauf fing es leider an zu regnen. Erst ein paar Tropfen und 2 Minuten später war es schon eine Sinflut. Zum Glück war der Spot direkt an der Bushaltestelle, so dass wir nicht nass wurden. Pato organisierte uns wieder eine Freifahrt im Bus und 20 Minuten später waren wir wieder bei ihm. Ein paar Freunde kamen vorbei und wir fuhren zu einem Hamburgerstand. Auf dem Weg dorthin spielten sie ein Lied mit deutschem Rap, das sie total geil fanden. Nach dem Hamburger waren wir recht schnell im Bett.

21. Juni

Es war GSD und ich hatte das auch genossen. Aber erstmal gab es Frühstück. Orangensaft, Toastbrot und den wohl seltsamsten Käse, den ich in meinem Leben gesehen und gegessen hatte. Es sieht aus wie Teig, ist aber sehr frischer Käse, den man auseinander zupft und auf sein Brot legt. Ist fast geschmacksneutral. Mit dem Auto fuhren wir in die Stadt, um dort in einem Park zu skaten. Wheelietables, kleine Banks, Gaps, Bänke, guter Boden und ein paar nette Leute. Es war sogar jemand aus den U.S.A. da, dem es genauso ging wie mir. Zumindest auf Sprache und Geld bezogen. Es war eine geile Session. Als wir zurück am Auto waren, fiel Pato auf, dass ich, als ich meine Kamera holte, die Tür offen gelassen hatte. Zum Glück fehlte nichts. Pato fuhr mich zu Paco zurück, der leider noch nicht da war. Zum Glück gab es einen Tacostand neben der Tür, bei dem die Jungs und ich uns noch ein paar Tacos einfuhren und eine Coke schlürften. Wir hatten, auch ohne einheitliche Sprache, auf jeden Fall unseren Spaß. Die Jungs zockelten dann aber auch bald ab, da sie noch in eine andere Stadt fuhren, um dort ein paar Tage zu skaten. Paco kam ein paar Minuten später mit seinem Moped angebraust und schloss das Tor auf.

22. Juni

Die halbe Nacht jaulte ein Hund. Es klang so, als wäre er direkt neben meinem Fenster, aber dann hätte ich ihn wahrscheinlich totgeschlagen, was wohl niemanden interessiert hätte. Es gibt in Mexiko so viele Straßenköter, dass, wenn es in einem Stadtteil zu viele werden, die Stadt sie einsammelt und sie in irgendeinem Hinterhof einfach alle erschießt. Problem „gelöst“. Am Morgen brachte Paco mich zum Flughafen, damit ich ein bisschen Geld holen konnte, denn meines war so gut wie aufgebraucht. Die Fahrt dorthin war nichts für schwache Nerven. In Mexiko City fährt man nicht gesittet und schon gar nicht mit einem Moped. Ich denke ich muss das nicht weiter ausführen. Am Flughafen musste ich 10 Minuten nach einem Automaten suchen, der meine Karte überhaupt annahm und auf das Programm kam ich auch nicht richtig klar. Ungefähr 20 Minuten später hatte ich aber meine 3000 Pesos und war ein „reicher“ Mann. Ich brauchte noch ein Busticket nach Mérida und Filme. Paco fuhr wie eine gesenkte Sau durch die Stadt. In jede Lücke, 20 cm an einem LKW vorbei, hinter den Ständen eines Straßenverkaufs, weil auf der Straße Stau war. Die Härte war allerdings, dass er die Polizei, weil sie ihm im Weg standen, mit, frei übersetzt, „Verpisst euch, ihr Arschlöcher“ beschimpfte. Sie taten nichts. Es war eine der geilsten Erfahrungen meines Lebens. Ich hatte solchen Schiss, dass es mir einfach egal war so durch die Stadt zu „fahren“. Ich konnte es von der ersten bis zur letzten Minute genießen. Ich hätte es aufnehmen sollen, denn mit Worten kann man das nicht wirklich beschreiben. Überall sind Leute auf der Straße, die Sachen umherschieben oder tragen, die 30 Meter breite Straße ist voll mit Autos und LKWs, jeder quetscht sich in jede noch so kleine Lücke, überall wird gehupt und rumgebrüllt. Und wir mitten drin. Wahnsinn.

Wieder bei Paco, fuhren wir bald schon wieder mit Paloma los, denn die zwei hatten einen Termin am anderen Ende der Stadt. Bevor wir aber richtig losfuhren, tingelten wir in einen Skatepark. Eine Bank, Flat, 2 Rails, ein großes Gap und 4 Pools. Der Belag der Pools war teilweise so kacke, dass ich mich kaum traute zu droppen. Der Belag, wenn er mal vorhanden war, war aber auch nicht der Bringer. Eigentlich sollte ich hier „zurück gelassen“ werden, aber da es so aussah, als ob es bald anfangen würde zu regnen, fuhr ich mit. Paco zeigte mir noch einen der geilsten Spots in Mexiko City: Wobbel unter einer Brücke. Ich hätte dort 2 Tage durchskaten können, aber es waren leider nur 10 Minuten. Die Fahrt dauerte eine Stunde und das nicht etwa durch die Stadt wie man das aus Deutschland kennt, sondern eher über eine Autobahn in der Stadt. Also schnell. Eine Stunde. Immer noch die selbe Stadt. Wir waren in einem der reicheren Viertel der Stadt angekommen und Paloma und Paco bequatschten irgendwas mit irgendwem in irgendeinem Gebäude. Ich wartete in der Aula. Auf dem Rückweg fuhren wir an einem Bankspot vorbei. Sehr steil und fies. Aber es waren trotzdem ein paar Ollies und ein Drop drin. Auf dem restlichen Weg unterhielten wir uns über die deutsche Vergangenheit, die in Mexiko teilweise noch Gegenwart ist, denn es gibt, glaube ich, kein Land in dem mehr VW Käfer rumfahren. Jedes drittes Auto ist ein Käfer. Ich war keine 20 Minuten bei Paco zu Hause, da musste schon wieder los, auf den Bus nach Mérida. Wir fuhren also zum Busbahnhof, ich kaufte mir noch ein paar Kekse und eine Flasche Wasser, denn mir standen 17 Stunden Busfahrt bevor. Eigentlich hatte ich einen Fensterplatz gebucht, aber eine alte Schrulle meinte sie hätte den gebucht. Eine Diskussion hätte nichts gebracht, also setzte ich mich einfach neben sie und machte ihr den Aufenthalt etwas unangenehm. Geschah ihr nur recht. Am nächsten Morgen mussten wir dann den Bus wechseln und so kam ich doch noch zu meinem Fensterplatz. Die Landschaft veränderte sich übrigens massiv. Wir fuhren Anfangs durch Urwälder, wie man sie aus Filmen über die Inkas kennt weiter durch ziemlich trostloses Buschgebiet und zum Schluss vorbei an wunderschönen blauen Lagunen, wie man sie von Postkarten kennt.

23. Juni

Ich war also in Mérida, es war ungefähr 16 Uhr und Renol sollte mich schon abgeholt haben. Durch ein paar unglücklich verschickte Mails wusste ich nicht genau, ob Renol wusste, dass ich an diesem Tag ankam. Ich stand also am Busbahnhof, kein Wort Spanisch sprechend, bisher nur Mexiko City kennend, alleine und die Sonne ging langsam unter. Ich versuchte Paloma oder Paco zu erreichen, musste aber erst noch die Vorwahl für Mexiko City heraus finden. Ich fragte jeden der irgendwie nach Tourist aussah, aber keiner konnte mir helfen. Der Chef der Busgesellschaft konnte mir dann aber helfen. Ich versuchte bestimmt 20 Mal einen der zwei zu erreichen. Ohne Erfolg. Ich machte mir schon große Sorgen, wo ich die Nacht verbringen sollte. Im Hotel würden sie mich bestimmt bescheißen und mir alle Sachen klauen, auf der Straße umherlaufen wäre viel zu gefährlich gewesen, denn ich dachte ganz Mexiko sei wie Mexiko City. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und der Unfall 50 Meter von mir entfernt hätte mich nicht weniger interessieren können. Ich versuchte immer und immer wieder in Mexiko City anzurufen, leider ohne Erfolg. Die Sonne stand zu diesem Zeitpunkt schon gefährlich tief. Irgendwann ging Paloma aber an ihr Telefon. Ich war so froh. Ich erklärte ihr schnell, dass Renol noch nicht gekommen war und sie ihm Bescheid sagen musste.

5 Minuten später war Renol da. Ich fiel ihm in die Arme und war wohl einer der glücklichsten Menschen der Welt. Ich lud mein Gepäck in den VW Sharan, den Hugo, der Besitzer von Zona-Skate, fuhr. Hinten, neben mir, saß Joseph. Ein junger Filmer, der eigentlich aus Texas kommt, jetzt aber in Mexiko lebt. Wir fuhren durch Mérida und Renol erzählte mir dass ich alles vergessen sollte, was ich bisher von Mexiko kannte, da Mérida etwas ganz anderes wäre. Es sah dort wirklich anders aus, als in Mexiko City. Nämlich sauber. Hugo fuhr zu einem Skateshop, der gerade eröffnet hatte und neben einem Skatepark war. Nach dieser Tortur war ich sehr froh, ausgelassen auf dem Board stehen und einfach nur skaten zu können. Der Park war etwas verpusht, aber für eine kurze Session hatte es getaugt. Wenig später verfrachtete Hugo uns in sein neues Haus, in dem nichts war, außer Kakerlaken, ein Koffer und ein Handtuch. Das war wirklich alles. Hugo hängte uns 3 Hängematten auf, in denen wir schlafen sollten. Ich war erst sehr skeptisch und wollte eine Matraze, aber Joseph und Renol meinten, dass es die einzige Möglichkeit wäre hier ohne Klimaanlage nicht zu überhitzen. Bis wir aber wirklich ins Bett gingen, tranken wir. Sól, was Sonne heißt, war das Bier unserer Begierde. Geil war, dass eine 24-Stunden-Tanke mit OXXO (eine Supermarktkette) 50 Meter vom Haus entfernt war. Es kamen noch einige andere Leute dazu, die alle mehr oder minder mit Pekas befreundet waren. Pekas wohnte ein paar Straßen weiter und ist einer der Ripper Mexikos. Kein Handrail zu hoch, kein Gap zu weit und kein Englisch. Es tummelten sich ungefähr 10 Leute in dem kleinen Garten und als Cerveza und Mota weg waren fuhr ich mit Martin zur Tia (Mexikanisch für Tante), um dort Bier zu kaufen. Man darf in Mexiko Bier nicht nach 22 Uhr (zumindest in Mérida) kaufen, also war es illegal. Ich hätte dafür in den Knast wandern können, aber zum Glück schmiert die Tante immer die Bullen, indem sie ihnen morgens Eier macht oder sonst etwas, wenn sie von ihrer Schicht kommen. Um 5:30 Uhr lagen dann auch die 3 von der Tanke im Bett… Pardon: Hängematte.

24. Juni

Ich war schon reht früh (gegen 12 Uhr) wach und holte mir Frühstück. Nach ewigem Warten kam Pekas endlich und wir fuhren zu ihm, um dort im Pool zu baden. Das war geil, denn es war so verdammt heiß, dass man kaum einen Schritt tun konnte, ohne zu triefen. Wir sahen uns aus dem Pool das Spiel Mexiko gegen USA an, das Mexiko leider 2:1 verlor. Als es endlich kühler wurde waren wir alle heiß auf Skaten. Die Meute von ca. 15 Leuten setzte sich in Bewegung und kam zu einem Spot mit einem kleinen Flatgap und einem Gap, vor dem wahrscheinlich selbst Reynolds Respekt hätte. Pekas machte erst Ollie und dann BS 180°, was physikalisch eigentlich nicht hinhauen kann, denn man kann nicht… es ist einfach unmeschnlich. Es gab noch eine kleine Fotosession am Flatgap und dann waren wir eigentlich schon wieder in der Hängematte. Natürlich nicht ohne nochmal am OXXO halt zu machen.

25. Juni

Aufstehen, auf Pekas warten, um mit ihm zu einem Cenote, einem Wasserloch, zu fahren. Eigentlich wollten wir in ein riesen Ding, aber die großen kann man nur zu bestimmten Öffnungszeiten besuchen. Wir kamen leider etwas spät, sind dann aber zu einem öffenltichen gefahren. Die Männer des Dorfs, sozusagen die Locals, sahsen um das Loch und tranken Bier. Fröhliche Gesellen, die eigentlich nur lachten und grinsten. Das Wasser war herrlich kühl. Unter der Decke waren kleine Schwalbennester, die auch angflogen wurden. Ein sehr geiles Gefühl, wenn man in so einem Loch schwimmt, keine 50 cm bis zu Decke und da Vögel so schnell rein und raus fliegen, dass man sie kaum sieht. Nach dem sich jeder 15mal ins Loch gestürtzt hatte fuhren wir zum ersten Spot, einer Bank. Relativ klein, aber mit hohem Spaßfaktor. Es herschte eine Bulllenhitze. Ich hielt es kaum aus. Es wurde dann allerdings recht schnell kühl, da in diesen Breitengraden die Sonne recht schnell unter geht. Wir fuhren noch einen Wallride im Sonnenuntergang und waren danach etwas essen. Die Bedienung war gleichzeitig auch der Sicherheitsdienst und so fett, dass man getrost den ganzen Laden hätte klauen können, bevor der Typ nur einen Schritt gemacht hätte. Hässlich wie die Nacht schwarz war er auch noch und wir amüsierten uns köstlich. Das Essen war, genau wie der Typ, ziemlich scheiße, was aber Renol aber nicht davon abhielt seine Schlüssel dort zu verlieren. Der Schuppen hatte allerdings schon zu, als wir wieder kamen. Wir mussten also den Chef ausfindig machen, der Renol dann zu seinem Schlüssel brachte. Alles super. Bis auf Joseph, dem es richtig schlecht ging. Er fühlte sich mittags schon unwohl und wollte nach Hause. Wieder in Mérida legte er sich aufs Ohr und Pekas, Renol und ich tranken Bier. Später kam Martin vorbei, mit dem ich später noch zu einer Party fuhr. Martin erzählte mir von Hans, dessen Mutter Deutsche ist und dass er auch Deutsch sprechen würde. Ich freute mich auf jemanden mit dem ich Deutsch sprechen konnte. Es stellte sich dann allerdings herraus, dass Hans kaum Deutsch konnte und mehr an seinen Kollegen interessiert war, als seine Sprachkenntnisse zu prüfen. Das war mir dann aber egal, denn Sandra und Martin waren auch sehr nette Gesprächspartner. Leider gab es kein Bier, sondern nur Vodka, Sprite, Cola und Eis. Es war für die Anwesenden sehr verwunderlich, dass ich meinen Vodka mit Cola und ohne Eis trank, was mich wiederum verwunderte. Ich unterhielt mich noch mit ein paar Leuten und lag gegen 3 Uhr besoffen in der Hängematte.

26. Juni

Schon um 9 Uhr war ich auf den Beinen, da die Hitze mich nicht schlafen ließ. Ich verbrachte ein paar Stunden im kühlen Internetcafé, um dann zu Pekas zu fahren. Pekas Mutter bekochte mich, da sie dachte, dass ich großen Hunger hatte, also tischte sie mir richtig viel auf. Mütter können einfach Gedanken lesen, egal in welcher Sprache. Es war sehr köstlich. Was ich auch köstlich fand, war, dass sie 2 Fernseher in der Küche hatte und 2 verschiedene Programme liefen. Einmal Discovery Channel und einmal irgendeine Soap. Renol drückte mir danach noch einen Lutscher in die Hand, der sehr lecker sein sollte. Die Verpackung gefiel mir schon nicht besonders und der Lutscher war so eklig, dass ich ihn wegschmeißen musste. Ich kann gar nicht beschreiben, was das für ein Geschmack war, aber es war echt eklig. Es ging dann, diskutierend, zum Skatepark. Ein schöner Park, der ordentlich Flow hat. Die Miniramp ist allerdings eine Zumutung. Wir rollten dort den ganzen Tag und Renol wollte mir noch weismachen, dass eine heiße Mexikanerin, die neben dem Skatepark saß, auf mich stand, was aber nicht klappte, da seine Lügen einfach zu schlecht waren. Lustig war es aber allemal. Abends gab es dann noch ein Gruppenfoto und ein ordentliches Mahl. Gute Nacht.

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1 Kommentare zu Mexiko - Woche 1

geil

fabian 11. December 2007, 14:26 #

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