Mexiko - Woche 4
22. July 2010, 07:29 - Autor: David Duijkers
Reisebericht und Bilder von Bo
11. Juli
Um 12 Uhr fuhren wir mit dem kaputten Auto, das 5 Minuten in der Garage „aufgewärmt“ werden musste, bevor man damit fahren konnte, zu einem recht langweiligen Spot. Flat, ein viel zu hohes Curb und 4 sehr lange, knöchelhohe Stufen, an denen man prima seine Manual-Fähigkeiten ausreizen konnte. Der nächste Spot hätte hingegen schöner fast nicht sein können. Ledges, Curbs, Banks, super Boden und direkt daneben ein Supermarkt. Wären nur die verdammten Gitter im Boden nicht gewesen. Wir tobten uns an einer Bank aus, die man auch super grinden und sliden konnte. Leider war nach 30 Minuten schon wieder Schluss und der Weg führte uns zu einem Treppengeländer. Pekas, der wieder genesen war, schickte sich per BS BS, FS BS, FS LS, BS LS, FS 50, BS 50, BS Suski runter und ich war echt beeindruckt. Die Kinder drumherum natürlich auch, leider störten sie auch gehörig. Sie schossen ihren Ball auf die Stufen und standen oft im Weg. Dann kam noch ein alter, verrückter Mann vorbei und gab seinen Senf dazu, doch dann kam endlich der KF BS 50. Alle waren glücklich. Direkt neben dem Rail war eine Dach-zu-Dach-Lücke, die wir natürlich sofort skaten mussten. Leider kam recht schnell jemand aus dem Gebäude, der uns wegschickte und auch noch das Nummerschild des Wagens aufschrieb, während wir weg fuhren. Zumindest sah es so aus. Wero kutschierte uns zu einer Ledge, dessen Abgang so kacke war, dass man es fast nicht aushielt, aber trotzdem: Pedro FS 50-50 und Wero BS 50-50. Nach dieser Strapaze hatten wir natürlich Hunger und ließen uns in einem kleinen Imbiss Krabben servieren und nebenher Mexiko gegen Argentinien im Halbfinale 0:3 verlieren sehen. Man hatte allerdings damit gerechnet, also war die Stimmung trotzdem gut. Als Abschluss skateten wir noch an ein paar Stufen, die man als Curb fahren konnte. Leider begann es nach den ersten Versuchen zu regnen und die Session war vorbei. Pedro und Wero fuhren zwar weiter, aber irgendwann war es auch für sie zu viel Nass von oben. Wieder bei Wero nahm ich noch 2 Schalen Mais mit Mayo zu mir, wobei ich sagen muss, dass ich mehr als eine Schale nicht empfehlen kann. Ich war danach hundemüde und ging mit dem Ungeziefer schlafen.
12. Juli
Gegen Mittag fuhren Wero und ich zu einem Spot, der sowas wie ein Skatepark sein sollte. Curbs, die man nicht fahren konnte, mit Eisenkanten fahrbar gemacht, eine kleine Quarter und ganz viel flacher, glatter Boden. Wir fuhren dort ein bisschen durch die Gegend, um die Muskeln und Augenlieder zu lockern. Danach in die Stadt, wo wir zuerst in einem Skateshop, der mit einem Tattooshop kumulierte in dem auch Hakenkreuze (Keine Swastikas) verkauft wurden. Nach dem alle hatten was sie wollten, waren wir in dem wahrscheinlich größten Schmuggelwaren-“Laden“ der Welt. Eine ganze Lagerhalle voll mit „Is’ vom Laster gefallen“-Waren. Es war dort so eng, dass man zwischen den Ständen nicht nebeneinander laufen konnte. Nicht einmal wenn man sich angestrent hätte. In der Mitte der Halle war eine Art Restaurant, in dem sich die Verküfer ihr Essen holten und unter die Regale schoben, wenn sie keinen Hunger mehr hatten oder gerade einen Kunden bedienen mussten. Einfach weil sonst kein Platz war, um es abzustellen. Es gab dort alles, was das Elektronikherz begehrt: Boxen, Autoradios, iPods, Mischpulte, Kameras aller Art, Handys, usw. Es waren aber auch Kleider oder Filme, die gerade erst im Kino erschienen sind, in Top-Qualität zu haben. Pekas kaufte einen tragbaren DVD-Spieler und wir gingen wieder. Vor dem Lager wurde ich sofort von einem Typen angequatscht, ob ich eine original Rolex für bla bla Pesos haben möchte. Im Lager wurde ich nicht einmal angequatscht, obwohl dort ungefähr 1000mal mehr Verkäufer waren. Vielleicht waren die Waren doch nicht ergaunert. Die Jungs schoben sich noch schnell eine Pizza rein und wie wir so durch die Gegend fuhren sahen wir am Fußballstadion ein paar Ledges, die bei genauerer Betrachtung allerdins so gut wie unskatebar waren. Außerdem fing es auch noch an zu regnen, also war die Session, selbst wenn sich jemand darauf eingelassen hätte, vorbei. Trotzdem hat es sich gelohnt dorthin zu fahren, denn jetzt sah ich zum ersten Mal ein Fußballstadtion von innen. Zumindest leer. Ganzschön groß. Es regnete immer noch, als wir an einem Bowl über der Stadt ankamen, was außer mir keinen zu stören schien. Die Session war allerdings eher schlecht als recht. Keiner konnte so richtig Bowl fahren und Pedro heulte rum, weil er keinen Roll-in in die flachste Quarter im Park schaffte. Wir kauften uns etwas zu essen und fuhren zurück zum morgendlichen Curbspot, wo es dann auch trocken war und ich meinen ersten Backside Lipslide meines Lebens stand. Dort habe ich dann auch ein Mädel kennengelernt, die vor fast 10 Jahren eine Weile in Deutschland gelebt hatte und noch echt gut Deutsch sprach. Wir bewegten uns dann zu einem Local nach Hause und aßen eine Kleinigkeit. Wero und ich wollten dann gehen, aber das Tor ließ sich nicht öffnen, also mussten wir erstmal warten, bis die Mutter kam, die ihrem Sohn dann erzählte, dass das Schloss ausgetauscht wurde und er mit dem alten Schlüssel so lange herumfuchteln konnte, bis er schwarz ist. Er schmiss den Schlüssel weg und ich war auf dem besten Weg ins Bett.
13. Juli
Morgens fuhren wir gleich nach dem Aufstehen zum Curbspot, wo gar nichts ging. Ich konnte noch nichtmal einen ordentlichen Ollie. Wero und Pedro filmten noch ein paar Lines und dann waren wir wieder am Doubleset von vor ein paar Tagen. Ich konnte gar nichts. Ich war müde, kaputt und die Hitze machte es mir nicht leichter. Pekas versuchte 1000 Mal Fakie Flip, hackte dann aber aus Wut einfach sein Board durch, statt es nochmal zu versuchen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt vor nach León zu fahren, aber keiner wollte mich zum Busbahnhof fahren und ein Taxi hätte ein Höllengeld gekostet. Also blieb mir nichts anderes übrig als auch zu einem Handrail zu fahren, das man aber nicht fahren konnten, da die Bullen nebendran standen. Die Jungs wollten alle warten, obwohl sie genau wussten, dass mein Bus in 30 Minuten losfahren würde. Ich war leicht gereitzt. Um 20 Uhr fuhr ich dann, natürlich nicht ohne mich ordentlich verabschieden zu haben, nach León. Im Bus lernte ich einen Mexikaner kenne, der Englisch sprach und mir über seine Pläne nach Europa zu reisen erzählte. Irgendwann kam ich dann auch mal in León an. Amy und Renol holten mich ab und wir fuhren in ein Restaurant. Es gab 2 große Teller mit Fleisch und Gemüse und allerlei Soßen. Es war einfach lecker. Wieder bei Renol hörte ich mir Deutsche Rockmusik an und verbrachte die ganze Nacht am PC. Als die Sonne aufstand legte ich mich hin.
14. Juli
Gogo kam mittags, als ich aufstand, mit 4 Kisten Bier vorbei, die allerdings für die Party am Abend gedacht waren, denn Renols Nichte sollte getauft werden. Ich war schon ganz aufgeregt, denn das war meine erste mexikanische Familienfeier. Ich hatte irgendwie Bedenken, denn meine Kleiderwahl war nicht gerade einer Taufe würdig. Aber Renol beruhigte mich, dass viele so „normal“ kommen würden wie ich. Bevor wir losfuhren schoben wir uns noch ein paar Tacos, wahrscheinlich die schärften in León, auf der anderen Straßenseite rein. Scharf aber gut. Paloma, das Auto, kackte auf der Fahrt fast ab, und wir mussten die Heizung anstellen, damit der Motor nicht überhitzte. Zum Glück funktionierten die Fensterheber noch. Zudem mussten wir auch noch langsam fahren, obwol wir sehr spät dran waren. In Guanajuato fuhren wir direkt zur Kirche, wo die ganze Familie schon auf uns wartete. Ich füllte mich etwas unwohl, aber was hätte ich machen sollen. Ich unterhielt mich, soweit es möglich war, mit den Verwandten, vor allem mit Renols Vater. Ein echt lustiger Typ. Dann öffnete sich das Tor zum Taufraum und alle strömten hinein. Der Raum war bestimmt 20 Meter hoch, aber nur 10×10 Meter in der Grundfläche. Es gab keine Stühle. Die Wand gegenüber der Tür war mit einem riesigen Bild von Jesus bemalt und in der Mitte war der Altar, der eigentlich nur aus einer Steinplatte und ein Taufbecken, das aber nicht als Taufbecken genutzt wurde, bestand. Erst kam ein Helfer des Prister herein, um Kund zu tun, dass sein „Chef“ jetzt kommen würde. Der Preister kam herein und erzählt irgendetwas. Ich habe natürlich nichts verstanden, aber die Stimmung war eher so als wäre es der Wetterbericht gewesen oder was er gestern so getrieben hatte. Dann ging es los. Alle zückten ihre Kameras und filmten und fotografiert wie wild. Un zwar die ganze Taufe über. Für ein gutes Bild stellte man sich auch mal hinter den Priester und fotografierte ihm über die Schulter. Der Prister sprach ein paar heilige Worte, es folgte ein Haleluja im Chor und wahrscheinlich so etwas wie das mexikanische Vater Unser. Alle liesen ihre Handflächen nach oben ziegen und sprachen im Chor. Dann die eigentliche Taufe. Der Prister bat die Taufpaten samt Kind nach vorne. Er steckte seinen Daumen in ein grünes Plasterröhrchen und drückte ihn auf die Stirn des Kindes, sagte ein paar Worte und wiederholte das an verschiedenen Stellen am Kopf. Danach bekamen Eltern und Taufpaten noch eine Kerze. Fertig. Das ganze hatte vielleicht 25 Minuten gedauert. Und das waren 2 Taufen. Alle waren glücklich und es war noch etwas Zeit die Kirche zu begutachten, bevor wir zu Renols Schwester liefen. Ich packte meinen Fotoaperat und ging nach Draußen, um ein paar Bilder zu schiesen. Nach 30 Minuten kam ich wieder und war alleine im Haus. Ich wartete eine Weile, bis Gogo und Renol kamen, um mich zu holen. Es gab da wohl ein kleines Missvertsändniss. Wir waren also auf dem Weg zur Tauf-Party, auf der es reichlich Essen und Bier gab. Lecker Tacos und Sól. Leider hatte ich einmal vergessen mir, nach dem ich eine Chillischote in der Hand hatte, diese abzuwischen und fuhr mir durch’s Auge. Das war eine Lehre, die ich wohl nie vergessen werde. Wir nuckelten an unserem Bier, bequatschten Gott und die Welt, als jemand von allen Münzen einsammelte. Ich wunderte mich, aber das hatte alles seinen Sinn, denn es ist eine Art Tradition, dass nicht nur das Taufkind Geschenke bekommt, sondern auch die anderen Kinder. Die Kinder stellten sich im Halbkreis auf, das Geld wurde, nach und nach, in die Luft geworfen und alle konnten sich auf das Geld stürtzen. Erst waren die jüngeren und dann die älteren dran. Bei den jüngeren war auch noch ein kleines Mädchen, die einfach neben der Geldwerferin stand und sie ab und zu antippte, die Hand austreckte und Geld kassierte. Sie hatte es einfach drauf. Gegen 21 Uhr, nach dem wir schon ordentlich Bier getrunken hatten, fuhren wir zurück zum Haus und von dort aus in eine Bar, die verdammt geil war. Leider verliesen Amy, Renol und ich den Schuppen nach zwei Bier, um in die Stadt zu fahren. Renol erzählte mir auf dem Weg noch wie die Tunnel entstanden und wieso eine riesige Statue eines Arbeiters mit einer Granitplatte auf einem Felsen stand. Nach dem ersten Bier in der ersten Bar war dann aber auch schon Schluss, denn Amy hatte Kopfweh und wollte nach Hause. Also fuhren wir wieder zurück und ich begab mich nochmal in die Bar. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß. Eine Bauchtänzerin tanzte auf dem Tresen, ich unterthielt mich super mit Mark, einem Ami, oder schaute einfach nur den Engel an. Natürlich war auch einges an Alkohol im Spiel. Vor allem Bier, aber auch 2 Tequila, die nicht so leicht waren, wie der Kram, den ich in León getrunken hatte. Gegen 3 Uhr war dann Schicht und ich wankte nach Hause. Leider war die Tür verschlossen. Der Schlüssel half da auch nichts, denn der Riegel war vorgeschoben. Ich lief wieder zurück und fragte den Barkeeper, ob er einen Schlafplatz für mich hätte, den er dann zum Glück auch hatte. Totmüde und breit wie eine Natter klatschte ich mich ins Bett.
15. Juli
Ich hatte einen leichten Kater und bekam French Fries zum Frühstück. Ich lief zum Haus, um meine Kamera zu holen, um ein paar Bilder von der Bar zu machen. Der Besitzer brachte mir noch Backgammon bei und ich zog ihn ein paar Mal ab. Ich hing dort noch eine Weile ab, trank ein paar Orangensäfte und ging, als es etwas voller wurde wieder zurück zum Haus. Ich machte mir ein paar Tacos warm und kurz danach überkam mich die Müdigkeit und während die Rolling Stones ihre Lieder splielten schlief ich im Hängestuhl. Irgendwann kam Renol von seiner Einkaufstour wieder und wir kutschierten, samt Renols Eltern, zurück nach León. Ich nahm eine Dusche und wenig später stand Mariél, eine der Damen aus der Disco, schon vor der Tür, um mich abzuholen. Erst wussten wir nicht so recht wohin wir fahren sollten, aber dann entschieden wir uns für eine Bar mit kleinen Balkonen, von denen man einen schönen Blick über den Platz darunter hatte. Leider mussten wir nach einer halben Stunde schon wieder gehen, da der Laden seine Tore schloss. Wir tranken noch schnell das letzte Bier aus und erkundeten den eben erwähnten Platz, wo ich 4 Waagen innerhalb von 200 Meter entdeckte. Wir schlenderten durch die Straßen und hörten plötzlich Musik. Da hatte doch tatsächlich noch eine Bar offen. Wir liesen uns nicht lumpen und gingen hinein. Als ich durch die Tür lief war mir schon etwas komisch und als ich mich dann umsah waren nur Männer zu sehen. Wir waren in einer Schwulenbar gelandet. Wir wollten das nicht recht glauben, aber der Name auf den Karten, „G-Bar“, war dann doch eindeutig. Aber auch hier mussten wir nach 2 Bier schon wieder gehen. Mariél fuhr in eine ruhige Gegend und ich durfte Auto fahren. Ich war seit Wochen kein Auto mehr gefahren, hacke und dann auch noch mit, für das Land typische, Geschwindigkeithubel. Es war gar nicht so leicht, mit der richtigen Geschwindigkeit darüber zu fahren. Ich schaffte es abermich selbst nach Hause zu fahren, verabschiedete mich von Mariél und musste auf meinen Kleidern schlafen, da es keine Pumpe für die Matratze gab, die Amy für den Notfall mit nach Guanajuato genommen hatte.
16. Juli
Ich stand auf und keine Sau war da. Ich schaute mir The Good Shepherd an und holte Spaghetti. Endlich gab es mal wieder Nudeln. Danach war ich 1-2 Stunden Fotos schießen und als ich wieder zurück kam, meinte Renol, dass wir mit ein paar Leuten einen trinken gehen würden. Super, Saufen. In der Bar gab es Bier mit allem was man sich nicht vostellen konnte. Ich bekam ein Bier mit Tequilla, Eiswürfeln und Salz. Eckelhaft. Aber zum Glück gab es auch Bier aus der Flasche, das man trinken konnte. Gogo erzählte uns noch eine Geschichte von einem Pickel an seinem Arschloch von dem er dachte, dass es Krebs sei, zum Glück aber nicht war. Die Feier in der Bar hielt nicht allzu lange, also fuhren wir wieder nach Hause. Wieder bei Renol waren Gogo, Renol und ich in Mota-Stimmung. Ich war ordentlich dabei, wollte ins Bett und fragte Renol, wo denn die Luftpumpe sei. Er meinte, dass es keine gäbe und Amy die LuMa sozusagen per Hand aufgeblassen hatte. Ich versuchte es, aber es war ein Ding der Unmöglichkeit, denn es gab keine Sicherung, die die Luft in der Matratze hielt, also musste ich wieder auf meinen verstunkenen Kleidern schlafen.
17. Juli
Ich hatte den halben Tag praktisch nichts getan. Nachmittags war ich mit Renol etwas essen. Eine Art Cocktail mit Shrimps, Tomatensoße, Tomaten, Zwiebeln, Avokado und natürlich Limetten. Wieder zu Hause, packte ich meine Sachen und wir fuhren zu einer Filmpremiere. Der Film war auf Italienisch mit spanischem Untertitel. Ich habe natürlich alles verstanden, aber der Film war trotzdem geil. Genau zum Ende des Films fing es an zu regnen und wir schauten auf 2 große Pizzas bei Mr. Pizza vorbei. Ich verabschiedete mich von Gogo und Amy und Renol fuhren mich zum Busbahnhof, wo ich mich auch von ihnen verabschieden musste. Es ging recht schnell, was vielleicht auch gut war, denn mir kamen fast die Tränen. Im Bus kam dann der nächste Schlag, denn neben mir saß ein fetter Typ der so laut schnarchte, wie ein mittelgroßes Sägewerk. Gute Nacht.
18. Juli
Ich wachte auf und meine Fresse war trocken, wie nichts Gutes. Ich hätte Wasser statt Boing nehmen sollen. Der Kloß neben mir schlief und schnarchte immer noch wie ein Weltmeister. Um 5:15 Uhr war in dann in Mexiko Stadt. 2 Stunden zu früh und das erste was ich mir holte war eine Fanta. Jetzt hieß es warten.
Nutzen wir die Zeit, um ein paar Dinge, die meistens zutreffen, über Mexiko zu notieren:
Wenn du zu deinem Essen keine Soße bekommst dann beschwer dich, oder geh direkt, denn das ist kein ordentliches Restaurant.
Wenn du zu scharf gegessen hast musst du noch mehr essen (Nein, nicht die Chillischoten), nicht trinken, denn das hilft nur akut.
Wenn du glaubst mit Englisch durchzukommen, hast du dich geschnitten, denn 90 % der Mexikaner können noch nichteinmal „Hello“ sagen, ohne sich dabei zu versprechen.
Wenn ein Mexikaner dir eine Antwort gibt, muss das nicht gleich richtig sein, denn ein Mexikaner sagt eher „Si“, als „No“. Frage also lieber 3mal nach dem Weg oder was auch immer du wissen willst.
Bevor du etwas isst oder trinkst und nicht genau weißt, was drin ist, solltest du es, soweit möglich, erstmal probieren, denn da gibt es Sachen, die einem mitteleuropäischen Gaumen überhaupt nicht munden.
Lass das Licht im Flur ruhig brennen, denn die Energie zum Lichtschalter zu laufen würde die Stromrechnung dafür bei weitem überschreiten.
Hauptsache es fährt. Das gilt so ziemlich für alles was auf mexikanischen Straßen unterwegs ist. Wie mein Bremslicht geht nicht? Ist doch egal, meine Bremsen funktionieren ja auch nicht.
Medikamente und Essen gibt es an jeder 2. Straßenecke 24 Stunden.
Es gibt überall Müll, denn irgendjemand räumt ihn schon weg.
Fahr mit dem Bus, nicht mit dem Taxi. Einfach Hand raus, Geld geben und wieder aussteigen. Schnell und günstig.
Gib immer Trinkgeld, auch wenn der Service nicht der Beste war. Die Leute leben von ihrem Trinkgeld. 3 Pesos sind das absolute Untermaß.
Glaube nichts was im Fernsehen läuft, denn die 2 Sender auf denen Nachrichten laufen werden von den 2 großen Parteien kontrolliert.
Es gibt keine Mexikaner mit riesigen Hüten, die vor ihrem Laden schlafen.
Weiter geht’s:
Paco holte mich kurz nach 7 Uhr ab und war, zu meiner Freunde, mit dem Auto da. Auf der Fahrt meinte er, dass die Leute sagen, dass Mexiko-Stadt ohne Löcher, wie ein Garten ohne Blumen sei. Ich konnte nur zustimmen. Bei Paco angekommen legte ich mich sofort auf’s Ohr und schlief, soweit das möglich war, denn die Katze schrie wie sonst was. Als ich gegen 15 Uhr wieder aufstand wollte ich raus gehen und Fotos machen, aber Paco riet mir davon ab. Er meinte, dass ich nicht weit kommen würde, denn die Jungs auf der Straße würden einen Typen wie mich mit einer Kamera sofort ausrauben. Mittags um 15 Uhr bei schönstem Sonnenschein! Ich blieb also im Haus und schaute mir alte Thrasher- und Distrito-Hefte an. Gegen 16 Uhr fuhren Paco und Paloma mich zum Flughafen. Ich verabschiedete mich (diesmal war es leichter) und lief zum Schalter, wo ich erstmal warten musste, dann mit dem nicht-englischspechenden Sicherheitsfuzzi klären, ob die Filme in der Röntgenanlage zerstört werden würden und dann mein Ticket holen. Nach dem Einchecken dachte ich noch an die Lieben zu Hause und kaufte irgendeinen Ramsch von meinem letzten Geld. Beim Abflug war es dunkel und man konnte durch die Lichter der Stadt die ganze größe von Mexiko Stadt erahnen. Die Lichter reichten zwischen den kleinen Hügeln bis zum Horizont und das war nur eine Seite der Stadt. Es war noch viel beeindruckender, als auf dem Hinflug. Im Flieger selbst waren vor mir 2 Frauen, die etwas zu sehr auf ihr Äußeres achteten. Immer ordentlich Schminke, ordentlich Parfum und ordentlich Chips. Während der Pasta gab es guten Jazz und dann den alseits beliebten Film „Land der Träume“.
19. Juli
Als ich aufwachte war es noch Nacht. Ich schaute mir 2 Filme an und als ich dann wieder zum Fenster raussah, ging gerade die Sonne auf. Es war wunderschön. Ich machte ein paar Bilder, auch wenn die Flugbegleiterin rumzickte. Dann meinte sie auch noch, dass ich das Fenster wieder zu machen sollte, da die anderen Fluggäste schlafen wollten. Ich nahm mein Kissen hob es zwischen Fenster und Gesicht und konnte so durch einen kleinen Spalt hinaus sehen. In Madrid gelandet suchte ich mein Gate. Auf dem Ticket stand HJK, aber der ganze Terminal schien HJK zu sein, also fragte ich nach und bekam eine so angenervte Antwort von dieser Tussi, dass ich ihr fast an die Gurgel gesprungen wäre. Mein Gate war also gefunden, aber der Flieger hatte 40 Minuten Verspätung. Als wir endlich losflogen freute sich meine Kehle auf etwas zu trinken, was es aber nur gegen Bezahlung gab. 2 Stunden hielt ich aber durch, da man für’s Schlafen nicht bezahlen musste Kurz vor der Landung wachte ich auf, sah Frankfurt und dachte es sei ein Dorf. Es war aber wirklich Frankfurt am Main. Wir landeten, Deutschland hatte mich wieder und ein Freund der Familie holte mich ab. Innerhalb von 2 Stunden war ich zurück zu Hause und 1 Monat Mexiko war hinter mir.
Mexiko – Woche 1
Mexiko – Woche 2
Mexiko – Woche 3

2 Kommentare zu Mexiko - Woche 4
VIVA MEXIKO, hier ein schöner Streunertrip von den OeTTINGER Boys:
http://streunerdiaries.wordpress.com/
Wuff Wuff
Gringo 26. July 2010, 11:04 #

Du cruist gerade in der Sektion Artikel rum.
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nike sb at bright.
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